Freie Presse 12.06.2008:

(G. Werwitz)

 

"Fotos mit interessanten Blickwinkeln"

Ausstellung von Günter Drosta im Galerie-Cafe´ Lehmann umrahmt 20-jähriges Jubiläum der Einrichtung

Markersdorf. „Himmelwärts und erdgebunden" hat der Fotograf Günter Drosta seine Fotoausstellung im Galerie-Cafe Lehmann auf der Markersdorfer Straße genannt. Architektur- mit Naturfotografie zu verbinden war Drostas Anliegen bei der Auswahl der Motive.

So sind, bezugnehmend auf den Titel, Bilder zu sehen mit aufstrebenden Kirchentürmen oder fest im Boden verwurzelten Baumveteranen. Aber auch hoch interessante Blickwinkel auf architektonische Kunst, wie bei den Ansichten der Reichstagskuppel oder des Pegasus-Centers beeindrucken den Betrachter mit der gelungenen Perspektivwahl. Zahlreiche Reisen in alle Welt bereichern die Ausstellung durch Motive, beispielsweise aus der Mönchsrepublik Athos und von einer norwegischen Stabkirche. Zum Ausstellungsgespräch gab es viele anregende Diskussionen zur Geschichte und Technik von Fotografie. Günter Drosta wurde 1938 in Chemnitz geboren, studierte an der TU Dresden und kaufte 1959 seine erste Spiegelreflexkamera. Als Ingenieur für Maschinenbau war er bis zum Eintritt in das Rentenalter tätig. Seit 1975 war er Mitglied im Kulturbund und seit 1992 im Deutschen Verband für Fotografie. An vielen nationalen und internationalen Ausstellungen beteiligte sich Drosta erfolgreich.  

„Himmelwärts und erdgebunden" könnte auch das Motto von Christina und Wolfgang Lehmann sein, denn die Ausstellung umrahmt das 20-jährige Jubiläum des Galerie-Cafes. Himmelwärts mit immer neuen Ideen und Initiativen, die weit über einen Cafe- und Pensionsbetrieb hinausgehen. Die Veranstaltungsreihe Bonhoeffers Abendschoppen, in dem aktuelle Themen diskutiert werden, oder die Konzerte im Rahmen der Tage der Jüdischen Kultur sind nur einige Beispiele. Aber die Lehmanns sind immer erdverbunden, verbunden mit dem Wohngebiet, in dem das Ehepaar 1988 eine Oase in der Betonwüste des Heckertgebietes schuf. Es ist ein Ort mit langer Geschichte, das Haus in der Markersdorfer Straße 112. 1889 erbaut, beherbergte es einen Kohlehandel und ein Lebensmittelgeschäft, bis es von Familie Lehmann erworben und zum Cafe und Wohnhaus umgebaut wurde. Eine Dokumentation im Eingangsbereich belegt diese nicht einfache Zeit. Von Anfang an war es das Anliegen der Betreiber, Kultur und Kunst, auch und gerade unter Einbezug von Laienkünstlem zu fördern. Das Konzept hatte so großen Erfolg, dass die ursprünglich 25 Cafe-Sitzplätze nicht mehr ausreichten. 1997 erfolgten ein Totalumbau und die Wiedereröffnung mit 90 Plätzen innen sowie 40 im Garten

Natürlich wurden viele Besucher in den vergangenen 20 Jahren zu Stammgästen, aber auch Menschen, die das Galerie-Cafe zum ersten Mal besuchen, sind erstaunt über die angenehme Atmosphäre. Das dicke Gästebuch legt dafür lebendiges Zeugnis ab. Die Kombination von Cafe und Galerie sowie den Aktivitäten ist im Umfeld einmalig und viele Markersdorfer wünschen sich, dass die Oase im „Arbeiterregal", wie Anwohner das neu eröffnete Haus 1988 nannten, auch künftig besteht.

 


 

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